Warum ich als Therapeutin vor allem über Umweltschutz blogge, und seltener über Gesundheits-Fragen.

You are currently viewing Warum ich als Therapeutin vor allem über Umweltschutz blogge, und seltener über Gesundheits-Fragen.

Jetzt hab ich seit fast zwei Jahren meinen kleinen Umweltschutz-Blog, die Happyfields. Ich liebe es, über diese Themen zu schreiben, darüber, was man selber noch besser machen kann, wie man seinen eigenen zerstörerischen Fußabdruck kleiner, und den „guten“, den ökologischen Fußabdruck größer machen kann.

Wieso poste ich nicht Übungen für den Rücken oder solche Dinge? Keine Sorge, das kommt noch. Aber zuerst war mir einfach wichtiger, ein Bewusstsein für den schlechten Zustand unserer Umwelt zu schaffen, und dafür, wie wichtig es ist, die Umwelt mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu schützen.

Menschen können so wunderbare Wesen sein! Sie bauen Krankenhäuser, Tierheime, und Produktionsstätten für vegane Nahrungsmittel. Sie haben Hände zum Helfen, zur Erforschung neuer Medikamente, oder für den Bau von Prothesen und anderen Hilfsmitteln. Menschen können so wunderbar sein. Aber sie können eben auch, und darauf liegt traurigerweise im Moment der Fokus der Menschheit, zerstören und ausbeuten.

Wir haben beides in uns, das Gute, Hilfreiche, und das Destruktive. Ich finde es einfach viel wichtiger, dass Menschen erkennen, dass es zuerst Heilung im Großen braucht, dass die eigenen Rückenschmerzen nicht so schwer wiegen, wie das Leid in der Welt. Ich möchte von einem ich-bezogenen Weltbild zu einer altruistischen Lebensphilosophie. Erst, wenn ein Mensch, ein Patient, eine Patientin ihr Leid in einem übergeordneten Zusammenhang sehen kann, ist echte Heilung möglich.

Heilung heißt ja nicht nur Schmerzfreiheit, sondern ein „holistisches“, ein ganzheitliches Bewusstsein für die Welt zu erlangen. Was hat es für einen Wert, wenn ein einzelnes Wesen zwar irgendwie gesund ist, aber mit seinem guten Gesundheitszustand seine Kraft dafür verwendet, die Welt weiter zu zerstören?

Das Wort „Therapeut“ kommt aus dem Griechischen und heißt frei übersetzt in etwa „dem Göttlichen dienend“. Das möchte ich sein, eine echte „Therapeutin“. Ich will wirklich aus der tiefe meiner Seele dem Göttlichen dienen.

Angenommen, ich behandle jemanden, damit er fit ist für seinen Job in einem Betrieb für Massentierhaltung – habe ich dann etwas Gutes für die Welt getan? Ich denke nicht. Irgendwie trage ich dann ja mit meiner Behandlung, wenn auch nur ein winziges bisschen, dazu bei, dass tausende Hühner oder Schweine niemals das Licht der Welt erblicken. Oder nur ein einziges Mal, nämlich auf dem Weg zum Schlachthof.

Ich versuche auch immer, alle meine Patient:innen und Freund:innen dafür zu sensiblisieren, wie schlimm Fernreisen sind. Wusstest Du, dass es tatsächlich schon Inselstaaten gibt, die so stark im Meer versunken sind, dass die Bewohner umgesiedelt werden mussten? Es gab dort nur noch versalztes Wasser, und bei jeder Flut hat es, das ist eine schockierende Wahrheit, die Toten aus der Erde am Friedhof geschwemmt. (Nachzuhören im Podcast „Unsere Ozeane“ auf Soundcloud.)

Ich möchte einfach, zumindest im kleinen Rahmen meiner Möglichkeiten, dafür sorgen, dass die Welt heil wird. Wobei man ehrlicherweise zugeben muss, dass es mit der Heilung schwierig wird, so weit fortgeschritten wie die Menschheit schon ist in ihrem Zerstörungswahn. In der Medizin heißt es, wenn keine Heilung mehr möglich ist, weil schon zu viel kaputt ist, muss man eben den Fokus auf Linderung legen. Vielleicht wäre die Menschheit gut damit beraten, so auch mit der Welt umzugehen. Wenn schon keine Heilung, dann eben Linderung. Die Tierarten, die bereits ausgestorben sind, kann man nicht wieder lebendig machen. Aber wir könnten zumindest dafür sorgen, dass nicht noch mehr Viecher und Pflanzen aussterben. Das allein wäre ja schon eine riesige Aufgabe.

Wir, jeder einzelne Mensch, sind ein Teil eines großen Ganzen. Wir sind nicht getrennt von der übrigen Welt, wir sind eins mit der Natur. Wir haben alles in uns, den Ozean, die Luft, die Hitze, die Kälte, den Tag und die Nacht. Wir sind Natur, wir bestehen aus den gleichen Bausteinen wie der Rest des Universums. Die Physiker sagen, wir sind Sternenstaub. Das ist doch eine so zauberhafte Erkenntnis!

Diese Erkenntnis schafft Heilung. Umweltschutz an sich schafft Heilung. Alles, was gut ist für die Natur, ist auch gut für uns. Gesundes, naturbelassenes Essen, sauberes Wasser, saubere Luft, Spazierengehen statt Autofahren, Waldbaden statt Fernreisen, Yoga statt Shopping – die Liste an Dingen, die gut für die Gesundheit UND für die Welt sind, ist endlos.

DAS braucht es für eine nachhaltige Gesundheit. Klar, man verreißt sich mal den Rücken, da darf dann auch mal eine Massage her. Aber ernsthaft – wenn jemand viel von dem macht, was gut ist für die Umwelt, ist er definitiv auch ein gesünderer Mensch. Verreißt sich selten mal das Kreuz, verletzt sich seltener, bekommt weder Bluthochdruck noch Übergewicht. Damit wäre dann schon mal ein riesiger Teil an kranken Menschen beseitigt, ohne dass ich als Therapeutin auch nur einen Finger gerührt hab.

Ich wünsche mir keine kranken Menschen, damit ich Rechnungen für Behandlungen stellen kann. Ich wünsche mir gesunde Menschen, die gerne zu mir kommen, damit das auch so bleibt.

Ich wünsche mir Menschen, die achtsam mit sich und der Welt umgehen, weil wir eben alle verbunden sind.

Ich wünsche mir genau dieses Bewusstsein. Dass wir alle Sternenstaub sind, und so freundlich wie möglich mit uns und unserer Umwelt umgehen. Ich wünsche mir ein Weg von Ichbezogenheit und Egoismus, und dafür ein Hin zu mehr Achtsamkeit, Feinfühligkeit, Altruismus. Dann würde es wesentlich weniger kranke Menschen geben. Heilung beginnt eben nicht bei einem einzelnen Individuum, sondern mit dem Bewusstsein für eine tiefe Verbundenheit. Mit der Erkenntnis, dass wir Sternenstaub sind. Dass das Leben unglaublich kostbar und einzigartig ist. Dass jeder Mensch ein winziges Zahnrad im riesigen Wunder des Lebens ist. Dass wir eingebunden sind in eine zauberhafte, eine perfekte Welt. Ich wünsche mir, dass wir mit uns selbst, unseren Gefühlen, und der ganzen Welt so vorsichtig und freundlich umgehen, wie irgendwie möglich.

Es ist einfach viel wichtiger, Bewusstsein zu schaffen. Weil nur ein bewusstes Wesen umfassende Heilung auf allen Ebenen erfahren kann. Weil nur ein Mensch, der achtsam mit der Welt als Ganzes umgeht, auch achtsam mit sich selbst umgehen kann. Es beginnt immer alles im Großen. Denn zuallererst sind wir Sternenstaub in einem unfassbaren, unbeschreiblichen Universum. In erster Linie sind wir, und alles, was uns umgibt, ein einziges großes Wunder.

Und wenn Du in diesem Bewusstsein lebst, und Du Dir dann mal das Kreuz verreißt, ist es kein Ding. Das richten wir ganz schnell wieder her.

close

Gleich mal den Newsletter abonnieren! 🙂

Schreibe einen Kommentar