Operieren, nein danke! Lieber gesund leben und gesund bleiben!

You are currently viewing Operieren, nein danke! Lieber gesund leben und gesund bleiben!

Die moderne Medizin hat unzweifelhaft sehr viele positive Aspekte. Sie kann Infektionskrankheiten heilen und/oder vorbeugen, komplizierte Knochenbrüche reparieren, Tumore entfernen, Schmerzen kurieren, und vieles mehr.

Wir haben eine riesige Bandbreite an Operationen, Transplantationen, Medikamenten, Hilfsmitteln, und unterschiedlichste Einrichtungen – für jedes Fachgebiet und alle möglichen Krankheiten gibt es Spezialbehandlungen.

Ich frage mich allerdings häufig, ob wir in unserer westlichen Medizin das Ganze nicht grundsätzlich von der falschen Seite angehen.

Ein kleines Beispiel: Der klassische Patient, die klassische Patientin macht in ihrem Leben wirklich alles falsch, was man falsch machen kann. Angefangen bei ungesunder Ernährung, über zu wenig Flüssigkeitszufuhr, zu viele Giftstoffe (wie zum Beispiel Kaffee oder Softdrinks), zu wenig Bewegung, eine miserable Haltung, zu wenig Schlaf, zu wenige Pausen im Alltag, und so weiter.

Wenn er oder sie dann beispielsweise Schulterschmerzen bekommt, geht sie zum Arzt, und möchte wissen, warum das weh tut. Ganz selten kommt der-, oder diejenige dann an einen ehrlichen Arzt, der ihr erklärt, dass es keine bestimmte Struktur ist, die verantwortlich wäre für den Zustand, sondern die Summe aus ihrem gesamten Fehlverhalten im Leben. Der:die klassische Patient:in ist dann zumeist beleidigt, hält den:die Ärzt:in dann für inkompetent, und sucht sich den nächsten Arzt. Oftmals landen diese Patient:innen dann bei einem, klassischerweise männlichen Orthopäden. In der Orthopädie ist der Männeranteil übrigens bei weitem überwiegend. In der Gynäkologie gibt es wesentlich mehr Frauen, wobei die Chefärzte auch in der Gyn dann wiederum zumeist Männer sind. Es lebe das Patriarchat.

Jedenfalls kommt der Mensch mit Gelenkschmerzen dann zum Orthopäden. Der erklärt ihm oder ihr dann wortreich, was genau da in der Schulter (oder einem anderen Gelenk, oder der Wirbelsäule) kaputt ist. Und dass natürlich eine OP genau dieses Problem reparieren kann. Na, da ist Patient:in X aber froh! So braucht sie nichts in ihrem Leben ändern, kann genau so weitermachen wie bisher, vor dem Fernseher Chips und Süßigkeiten in sich hineinstopfen und die blöde Schulter gibt Ruhe. Juhu.

Nach der OP tut es aber dann blöderweise trotzdem noch weh. Außerdem braucht es Reha-Maßnahmen. Das machen dann Therapeut:innen in einem Reha-Zentrum. Und was sagen da die blöden Therapeut:innen? Trink mehr Wasser, mach Sport, gewöhn Dir einen andere Haltung an. Die haben ja keine Ahnung! Also lieber ein bisschen rumdrücken und massieren lassen. Im liegen heilt es sich einfach schöner. Dann, so als Alibi, ein bisschen ans Gerät. Aber nicht schwitzen, bitte, man muss schließlich nach der Reha noch einkaufen gehen. Und dann heim. Nach vier Wochen ist das dann auch geschafft, die Schulter oder ein zufällig gewähltes anderes Gelenk, ist wieder halbwegs heil, aber das wird schon noch….

Nach einiger Zeit fängt es dann woanders an, weh zu tun. Ja, man hat halt einfach schwache Gelenke, das muss die vererbte Schwachstelle sein. Immerhin hatte die Mutter/der Vater/der Opa/die Oma/sonst eine zufällige Person aus der Familie, auch schon Rückenschmerzen oder Gelenkprobleme. Ist alles vererbt. Da kann man nichts machen.

Auf die Idee, dass die Verwandtschaft ein ähnlich ungesundes Leben mit ständiger Überlastung gepaart mit einer fehlenden Körperwahrnehmung und ungenügender Gesundheitsbildung, gehabt haben könnte, kommt der:die klassische Patient:in natürlich nicht – weil, aus der Erkenntnis würde ja folgen, dass man sehr wohl was machen kann.

Allerdings wird es immer einen Orthopäden geben, der dem entschieden widerspricht. Immerhin verdient der sein Geld mit Aufschneiden von Leuten und falschen Versprechungen. Keine OP kann jemals den Originalzustand wiederherstellen und sollte wirklich nur äußerst selten, in äußersten Notfällen angewendet werden. Für mich, sorry, für die drastische Darstellung, ist unser gesamtgesellschaftlicher Umgang mit Operationen ungefähr so, als würde man Abtreibungen als eine probate Methode zur Verhütung empfehlen.

Aber wenn halt ein ganzes System auf Schadensbegrenzung/Schadensbehebung, anstatt auf Prävention aufbaut, kommen halt am Ende lauter halbwegs reparierte, anstatt gesund gebliebener Individuen dabei heraus.

Meine Empfehlung: lieber die anstrengende Variante mit Sport, Wassertrinken, ein bisschen Verzicht und Disziplin. Dann bleibt einem höchstwahrscheinlich ein Leben lang das Skalpell erspart, so lange man nicht unbedingt in einen Autounfall gerät. Dann sind wir nämlich froh, dass es Ärzte gibt, die richtig gut operieren können.

close

Gleich mal den Newsletter abonnieren! 🙂

Schreibe einen Kommentar