Gesundheit ist ein Prozess, kein Zustand!

Jeder Mensch will gerne „gesund“ sein. Zum Geburtstag oder zum neuen Jahr wünschen wir uns viel Glück und Gesundheit, und wenn man schaut, was Menschen in ihrem Leben wichtig ist, steht Gesundheit immer an einer der obersten Stellen.

Klar, wer ist auch nicht gerne gesund? Es ist schön, wenn nichts wehtut, wenn man leistungsfähig ist, alle Organe gut funktionieren, und sowohl Blutbild, als auch die Waage eindeutig bestätigen, dass man gesund ist.

Aber was genau heißt eigentlich „gesund“. Die WHO definiert den Begriff Gesundheit folgendermaßen: „Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“ Das ist schon ein bisschen mehr, als man sich gemeinhin unter dem Wort gesund vorstellt. Und ich füge in meiner persönlichen Definition auch immer noch das Wort „finanziell“ hinzu. Auch ständig im Minus zu sein, oder ein sehr geringes Einkommen sind Symptome. Sehr oft für fehlendes soziales Wohlergehen, weil zum Beispiel Hartz4-Bezieher:innen oft bereits in sozial schwachen Familien aufgewachsen sind. Überhaupt weiß man inzwischen, dass Armut in vielen Fällen über Generationen hinweg vererbt werden kann. Und man weiß inzwischen auch, dass sozialer und finanzieller Hintergrund entscheidende Faktoren sind für den Gesundheitszustand eines Menschen. Armut macht krank, das ist ein wissenschaftlich erwiesener Fakt. Deshalb finde ich, sollte auch die finanzielle Situation bei der Bewertung von Gesund und krank mit einfließen.

Aber in der Überschrift steht doch: Gesundheit ist kein Zustand. Was von beidem stimmt denn nun?

Meine Antwort ist: Beides. Wenn man nur eine Momentaufnahme eines Menschen nimmt, stimmt das natürlich, dass gesund ein Zustand ist. Aber das Entscheidende ist: Damit Du wirklich gesund bleiben kannst, reicht es nicht, einen bestimmten Zustand zu erreichen und dann auf dem Level stehen zu bleiben. Wenn du heute fit und munter bist, bist Du natürlich in diesem Zustand. Aber wenn Du es morgen auch noch sein möchtest, musst Du heute was dafür tun. Und hier liegt das Geheimnis: Nur, weil Du heute keine Gebrechen hast, heißt das nicht, dass Du morgen oder übermorgen oder in einem Jahr auch keine haben wirst. Nur, weil Du Dich heute wohlfühlst, heißt das nicht, dass das morgen auch noch so sein wirst. Wie dieser Zustand in einem Jahr sein wird, das entscheidest Du heute. Und morgen. Und an jedem anderen Tag ab morgen.

Stell Dir Folgendes vor: Du stellst Dich heute auf die Waage, lässt Dir Blut abnehmen, lässt Dich durchchecken, und alles ist in bester Ordnung.

Und dann stell Dir vor, Du isst ab morgen nur noch Gummibärchen und Schokolade, trinkst Unmengen an Softdrinks, und sitzt nur noch vor dem Fernseher und ziehst Dir den übelsten Reality-TV-Nachmittags-Schwachsinn rein. Wie wird wohl Dein Zustand in einem Jahr sein?

Und stell Dir dann das Gegenbeispiel vor: Du gehst (weiterhin) gut mit Dir und Deinem Körper um, treibst ein bisschen Sport, legst mal Arbeitspausen ein, atmest bewusst(er), isst bewusst(er). Wie wirst Du wohl dann in einem Jahr aussehen?

Genau aus diesem Grund ist Gesundheit ein Prozess: Unser Umfeld, unser Umgang mit uns selbst, unsere Arbeit, unser gesamtes Leben hat uns an den Punkt geführt, an dem wir jetzt sind. Und es liegt an uns, die gleichen Fehler zu wiederholen, und auf der Rutschbahn des Lebens die schnelle steile zu nehmen, oder die lustige Bahn mit den geschwungenen Kurven und einer Menge Spaß.

Klar – sterben müssen wir alle. Und den Zeitpunkt kann selbst das gesündeste Leben nicht verhandeln. Wenn die Uhr abgelaufen ist, ist Schluss. Es gibt Yoginis, die ihr Leben lang nichts anderes gemacht haben, als zu meditieren und vegan zu essen, und dann sterben sie mit 50 an Krebs. Und es gibt Kettenraucher, die an der Hundert gekratzt haben. Das haben wir nicht in der Hand. Das bestimmt der Herrgott, oder wie auch immer Du die allmächtige Energie im Universum nennen willst.

Aber WIE wir dahin kommen, WIE wir am Ende unseres Lebens angelangen werden, ob halbwegs beweglich und glücklich, oder gebrechlich und multimorbid, das bleibt uns zu großen Teilen selbst überlassen.

Und das ist eine riesige Chance. Es geht eben nicht um einen Zustand, den man ein Mal erreichen kann, und dann nie wieder was dafür tun braucht. Gesundheit ist ein Prozess, der in jedem Moment Deines Lebens stattfindet, und den Du ganz direkt durch Deine Entscheidungen beeinflussen kannst.

Manchmal sind es nur ganz kleine Entscheidungen wie: Esse ich jetzt die ganze oder die halbe Tafel Schokolade?, manchmal sind es Entscheidungen der Disziplin (hab ich heute wirklich Lust, Liegestütz zu machen? Vielleicht lass ich es heute ausnahmsweise ausfallen), und manchmal sind es große Lebensentscheidungen. (Nehme ich wirklich den Job beim amerikanischen Konzern an, wo ich weiß, dass ich unglaublich viel arbeiten, und sehr wenig Zeit zum Entspannen haben werde?)

Letztendlich besteht ja das ganze Leben, jeder einzelnen Tag aus unglaublich vielen Entscheidungen. Und von denen hängt eben auch ab, ob wir gesund sind und/oder bleiben. Das macht eben den Prozess aus.

Betrachte nicht heute, sondern Deinen Zustand, den Du in einem Jahr haben wirst, wenn Du so weitermachst wie bisher.

Ich wünsche Dir für heute viele gute Entscheidungen, und freu mich, dass Du Dir Zeit genommen hast, Dich mit mir zusammen auf diese kleine Gedankenreise zu begeben!

Bis ganz bald,

Deine Katrin

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