Fit und gesund

Gesund abnehmen mit Heilfasten

Ich bin zu dick. Das sagt der BMI (dem ich ja immer nur so halb glaube), und das sagen meine Klamotten. Und auch mein Gefühl. Letztens hatte ich ein Fotoshooting, und musste vor jedem Foto wieder meinen Schwimmreifen, oder „Love handle“, also Liebesfesthaltehaken, wie die Amerikaner so schön sagen, verstecken. Da habe ich beschlossen, ich muss abnehmen.

Die Corona-Untätigkeit, und das viele Am-Computer-Sitzen haben auch bei mir deutliche Spuren von Übergewicht hinterlassen.

Diese Erkenntnis musste allerdings erst noch ein paar Wochen sacken. Ich hatte aufgrund der allgemeinen Trägheit, und der vielen Komplikationen, die das Leben im Corona-Alltag für uns bereit hält, keine große Motivation, auf Süßigkeiten und die zweite Portion Nudeln am Abend zu verzichten.

Schon seit einigen Jahren halte ich, obwohl ich ansonsten recht unreligiös bin, recht diszipliniert Fastenzeit. Auch die ist heuer der Corona-Unlust zum Opfer gefallen.

Aber jetzt ist es soweit. Obwohl ein unbeschwerter Besuch im Freibad noch in weiter Ferne ist, denke ich doch an, naja, vielleicht nicht Bikini-, aber doch Badeanzug-Figur, und für meine Gesundheit ist es auch nur förderlich, wenn ich mich ein bisschen in Verzicht übe.

Vor einigen Jahren hab ich schon mal ziemlich viel abgenommen. Das war in der Fastenzeit, und zusätzlich zum Verzicht auf Süßigkeiten, den zweiten Knödel, oder die Haribo-Tüte, habe ich in den 6 Wochen zwei Mal eine Woche Heilfasten gemacht.

Heilfasten, was ist das eigentlich?

Heilfasten heißt, dass man tatsächlich mit zwei Tagen Vorbereitung, und zwei Tagen langsamen Aufbaus dazwischen einige Tage auf feste Nahrung verzichtet. Dazwischen wird nur viel getrunken, und im Idealfall auf einen überaus gesunden Lebensstil geachtet.

Das Ziel ist eine Reinigung von Körper und Geist, und auch ein längerfristiges Halten des erreichten Gewichtsverlusts. Vor allem das Halten des Gewichts ist dabei ein zentraler Bestandteil, denn in den Tagen des Heilfastens setzt man sich normalerweise sehr mit Ernährung und Ernährungsgewohnheiten auseinander, und stellt fest, dass sich so manche Unart in Bezug auf Essen eingestellt hat. Erst, wenn man diese bewusst wahrnimmt, und sich mit ihr auseinander gesetzt hat, kann man sie auch verändern.

Wie funktioniert also Heilfasten?

Manche Fastende machen einen 10-Tage-Zyklus, für mich hat sich eine 7-Tage-Fastenkur bewährt. Optimalerweise macht man das auch mehrere Male im Jahr, es schadet ja nie, sich mit seinem Körper auseinander zu setzen, und damit, was man ihm im Alltag so alles zumutet.

Bei mir sehen die 7 Tage dann wie folgt aus:

  • An Tag 1 esse ich noch eine leichte Kleinigkeit, aber keine Kohlehydrate oder sehr fettiges Essen. Meistens ein bisschen Obst oder Gemüse. Und ich fange schon damit an, meine Trinkmenge entsprechend zu steigern. Am ersten Tag ist üblicherweise die Motivation noch sehr hoch, ich habe keinen Hunger, und bin voller Energie.
  • Von Tag 2 bis Tag 6 Esse ich fünf Tage lang gar nichts. Der Verdauungstrakt kommt zur Ruhe, dafür fährt der Geist Achterbahn. Unglaublich, wie sehr sich doch mein Leben um Essen, Essensbeschaffung, und Essenszubereitung dreht. Ich denke sehr oft ans Essen und hab ständig Hunger oder Appetit.
  • Was ein bisschen gegen den Hunger hilft, ist tatsächlich ein Einlauf. Das Zubehör gibt es in der Apotheke oder im Netz zu bestellen, und mit ein bisschen Mut und Übung klappt das dann mit der Zeit auch problemlos und ohne großen Zeitaufwand.
  • An Tag 7 mache ich ein kleines vorsichtiges Fastenbrechen. Wenn man 5 Tage lang nichts gegessen hat, muss sich das ganze Verdauungssystem erst wieder ans Essen gewöhnen. Ich habe festgestellt, dass Gemüsesuppe an diesem Tag ideal für mich ist.

In dieser Woche nehme ich normalerweise ungefähr drei Kilo ab. Das fühlt sich dann schon wieder ein bisschen leichter an. Aber jetzt muss man eben auch diszipliniert bleiben, und sich nicht wieder voller Freude über das verlorene Gewicht die nächste Tafel Schokolade reinziehen.

Ab jetzt gilt: Viel Salat und Gemüse, weiterhin auf die zweite Portion verzichten, kleinere Portionen, bewusstes Essen. Am besten vegetarisch mit Schwerpunkt auf gesunde, nachhaltige Ernährung. Dieser Umstieg klappt nach einer Woche Fasten einfach viel leichter.

Übrigens: Vegetarisches Essen ist auch noch wesentlich kostengünstiger, als das mit Fleisch. Und auch bio-Ernährung ist gar nicht so teuer, wie man vielleicht denken könnte. Denn 2,5 kg Bio-Kartoffeln sind auf unterschiedliche Weise verarbeitet ungefähr ein ausgiebiges Essen für eine vierköpfige Familie, und kosten ungefähr 3 Euro. Daraus kann man zum Beispiel selbstgemachte Pommes schneiden, man kann sie in Scheiben ins Backrohr schieben, Kartoffelrösti draus machen, oder Püree. Dazu ein bisschen frischen Spinat vom Markt, oder ein paar Wildkräuter (die kosten gar nichts, sondern müssen nur gesammelt werden), und fertig ist das perfekte gesunde, kostengünstige Bio-Essen für die ganze Familie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.