Gedanken schaffen Realität – und das ist kein esoterischer Schmarrn

Den Slogan aus der Überschrift hat wahrscheinlich jeder und jede schon mal irgendwo gehört oder gelesen. In hübschen bunten Postings auf Social Media, auf Buchumschlägen, im Internet oder in anderen Medien.

Wenn man Teil der „Esoterik-Szene“ ist, ist dieser Satz die totale Normalität und eindeutig der bodenständige Teil aller möglichen, bisweilen abstrusen Theorien, die in diesem Feld kreisen.

Wenn man dieser Szene nicht angehört, hält man den Satz wahrscheinlich eher für Nonsens.

Ich möchte Dir heute gerne erzählen, welche Erfahrungen ich persönlich damit gemacht habe, und wie man diese Theorie vielleicht sogar nicht nur auf das eigene Leben, sondern auf die ganze Welt ausdehnen kann. Wie man damit ganz kleine konkrete gute Realitäten im eigenen kleinen Leben erschaffen kann, und wie man vielleicht sogar große Veränderungen anstoßen kann. Und das alles nur, weil irgendwann einmal ein Gedanke oft genug, oder von einer ausreichend großen Masse an Menschen gedacht worden ist.

Gedanken schaffen Realität. Das hört sich erst einmal ziemlich weit hergeholt an. Wie soll das gehen? Ich denke an eine Hüpfburg, und schon bläst sich direkt vor mir in meinem Wohnzimmer eine auf? Naja, ganz so instant und wie von Zauberhand passiert das dann doch nicht.

Aber: Trotzdem stimmt die These. Gedanken schaffen Realität, auch wenn sich das erstmal sehr fantastisch anhört.

Ich hatte ein paar Jahre lang einen Patienten, der Ingenieur war. Sehr schlau, sehr lustig, sehr konservativ, und ein totaler „Zahlenmensch“. Für ihn gab es nur das, was er sehen und messen konnte. Mit ihm habe ich ständig über diesen Satz debattiert. Weil ich ihm immer gesagt hab, er muss sich vorstellen, wie er wieder gesund und fit ist. Er hat es nicht gemacht, weil er es unsinnig fand. Ich bin mir sicher, wenn er mehr mit dem Kopf und seiner Imaginationskraft mitgearbeitet hätte, würde er heute noch leben. Stattdessen wollte er mich immer davon überzeugen, dass ich nicht recht habe. Alle Argumente, alle Beispiele hat er nicht gelten lassen.

Eins meiner Hauptargumente war, und ist heute noch: Die Deutsche Fußballnationalmannschaft, der  man bestimmt keinen Hang zur Esoterik sondern wenn überhaupt einen zum Kapitalismus vorwerfen kann, hat einen eigenen Psychotherapeuten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass eine so gewinnorientierte Organisation wie der Deutsche Fußballbund kein Geld für einen Psychotherapeuten ausgeben würde, wenn es sich nicht am Ende bezahlt machen würde. Das „Mindset“ wird in allen Wirtschaftsbereichen immer wichtiger, und gilt heute als einer der wichtigsten Erfolgsbausteine.

Irgendwie scheint tatsächlich auch ein messbarer Effekt beim Optimieren des Mindsets und Visualisierungen herauszukommen. Beispiele dafür gibt es viele.

Eins davon ist das Leben und Wirken eines sehr tollen Menschen in meinem Freundeskreis: Er ist mittlerweile schon Mitte 70, schaut noch super aus, und arbeitet und engagiert sich noch wie ein Junger.

Er war lange Jahre Bürgermeister eines Ortes hier in Niederbayern, und hat es wirklich geschafft, das Gesicht des Städtchens in den vielen Jahren total zu verändern, zu verbessern, zukunftsfähig und ökologisch zu gestalten. Irgendwann in seiner Amtszeit hat er sich gedacht, wir bräuchten eigentlich eine Uni oder eine FH. Und wisst Ihr was? Heute hat seine Stadt eine wirklich unglaublich coole FH. Er hat sich gedacht, man könnte doch den Fluss renaturieren, und den Bereich zu einem Naherholungsgebiet machen – heute ist es nicht nur das, sondern es gibt sogar ein Freilicht-Theater. Und das alles nur, weil ein Mann eine Idee, einen Gedanken hatte, den er oft genug gedacht, und angefangen hat, mit anderen darüber zu reden.

Ein einzelner engagierter Mann hat das Gesicht eines ganzen Ortes verändert. Heute können junge Leute da studieren, wo vorher nur Felder waren. Nur, weil er die Idee hatte. Und sie nicht aufgegeben hat.

Ein Gedanke allein schafft noch keine Realität. Und es wird Dir wahrscheinlich auch nicht gelingen, Dir Flügel wachsen zu lassen, nur weil Du oft genug denkst: Ich kann fliegen. Aber wenn Du oft genug denkst, dass Du fliegen kannst, und Dich viel mit dem Fliegen insgesamt beschäftigst, wirst Du sehr wahrscheinlich mit Hilfe eines Drachens, Fallschirms, Paragliders, oder mit was auch immer, tatsächlich fliegen. Gedanken schaffen Realität. Und je öfter Du das wiederholst, desto manifester wird das in Deinem Leben werden.

Nehmen wir Menschen, die wenig Geld haben, oder keine Kinder bekommen können, oder einen anderen Mangel haben: Worauf konzentrieren die sich? Was werden diese Leute wohl am öftesten denken? Wahrscheinlich so etwas in der Richtung wie: Ich hab kein Geld/Kind/Glück, oder was auch immer. Und je öfter sie das wiederholen, desto mehr wird sich dieser Gedanke in dessen Realität festsetzen. Wenn man mental den Kopf hängen lässt, wird man Chancen übersehen. Und dann wird das Problem noch schlimmer, weil man sich ja bestätigt fühlen wird.

Es ist also sinnvoll, wenn man kein Geld hat, oder zu wenig, sich auf Reichtum zu konzentrieren. Es ist sinnvoll, sich auf Kinder aller Art (der Nachbarn, in der Familie, im Freundeskreis, usw.) einzulassen. Es ist keine gute Idee, in Restaurants zu gehen, in denen Kinder verboten sind. Man sollte sich mit Bauklötzen und Babyzeug beschäftigen, und bewusst Freundinnen treffen, die grade kleine Kinder haben.

Du vestehst das Prinzip, oder? Das hat nichts mit dem esoterischen Gesetz der Anziehung oder so zu tun. Das hat rein gar nichts mit Energie oder Räucherstäbchen oder Steinheilung zu tun.

Das ist einfach nur logische Psychologie. In der Psychologie spricht man von der vielzitierten „Sich selbst erfüllenden Prophezeiung“. Glaubst Du nur fest genug an etwas, und sei es unterbewusst, wirst Du genau das in Deinem Leben erschaffen. Und immer mehr davon.

Die Frage ist eben nur, auf was konzentrierst Du Dich. Auf „kein Geld“ oder auf „Geld“?

Auf „keine Gesundheit“ oder „Beweglichkeit und Fitness“?

Übrigens geht auch die Schmerztherapie genau diesen Weg – indem sie den Patient:innen beibringt, ihre Konzentration weg von den Schmerzen zu lenken. Wenn man nämlich mal genau darüber nachdenkt, tut uns allen mehr NICHT weh, als dass es irgendwo zwickt. Das muss Menschen mit starken Schmerzen in einem Körperbereich erstmal wieder bewusst werden. Wenn sie sich denn darauf einlassen wollen. Manche Leute halten auch sehr gerne an ihren Schmerzen oder ihrem Mangel fest. Sie kennen es nicht anders, und trauen sich nicht, gedankliches Neuland zu betreten.

Und klar: Veränderung hat auch ihren Preis. Wenn Du anfängst, anders zu denken, wird das natürlich auch Konsequenzen haben. Dann musst Du vielleicht auf Mitleid, oder Hilfe, oder was auch immer, verzichten. Manche Leute in Deinem Umfeld werden Dich vielleicht komisch finden.

Ein Ehemann, dessen Frau plötzlich beschließt, sie will jetzt auch Vollzeit arbeiten, und eigenes Geld verdienen, wird wohl anfangs ein bisschen zickig sein. Und die Partnerin auch, weil sie sich ihre neue Stellung erst erkämpfen muss, dass ich ab jetzt beide den Haushalt zu gleichen Teilen erledigen müssen.

„Gedanken schaffen Realität“ ist definitiv kein esoterischer Schmarrn, sondern einfach nur gesunder Menschenverstand.

Ich wundere mich immer sehr, warum sich nicht mehr Menschen mit dieser grundsätzlichen Logik auseinandersetzen. Das Leben wird mit der Zeit sehr viel leichter. Das einzige, was es dafür braucht, ist ein Gehirn. Und den intensiven Einsatz desselben.

Viel Spaß dabei!

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